Maso di Villa – Wein, Landschaft und Stille

Maso di Villa – das alte Landgut in Conegliano, umrankt von Efeu und umgeben von blühenden Hortensien

Einleitung

Zwischen den Hügeln von Conegliano, eingebettet in die sanfte Landschaft der Marca Trevigiana, liegt Maso di Villa – ein Weingut, das man nicht sucht, sondern findet. Der Name ist historisch: Bereits in den Katasterkarten der Napoleonischen Ära (1808–1813) ist dieses alte Landgut verzeichnet. Heute, nach einem liebevollen Restauro, ist es ein kleines Agriturismo di Charme – mit Weinberg, Olivenbäumen, Gemüsegarten, Obstbäumen und einem Ort, an dem die Zeit langsamer fliesst.


Beppi – vom Manager zum Winzer

Hinter Maso di Villa steht Beppi – ein Mann, der zwei Leben gelebt hat. Das erste als Manager in der Modeindustrie, mit allem, was dazugehört: Tempo, Reisen, Entscheidungen. Das zweite – das eigentliche – begann mit der Pensionierung. Denn Beppi folgte seiner wahren Leidenschaft: dem Weinbau.

1997 übernahm er das brachliegende Gut und gestaltete es mit Leidenschaft und Geduld neu. Heute pflegt er seine Weinberge grösstenteils selbst, von Hand – mit einer Sorgfalt, die man nur aufbringt, wenn man wirklich liebt, was man tut. Sein Motto könnte kaum treffender sein: «La passione produce eccellenza» – Leidenschaft erzeugt Exzellenz. Und auf dem Etikett seines berühmtesten Weins – dem Nasi Rossi – zeigt er sich selbst: mit Freunden, einem Glas in der Hand und der unvermeidlichen roten Nase eines echten Weinliebhabers. Ein Augenzwinkern. Und eine Wahrheit.


Persönliche Geschichte

Ich war mehrfach dort – mit Freunden, bei privaten Degustationen, die Chiara mit so viel Charme, Fachwissen und Herzlichkeit geleitet hat, dass sie zu echten Erlebnissen wurden. Schon beim ersten Schritt auf das Landgut spürt man es: Hier wird mit Liebe zum Detail gearbeitet. Mit Herzblut. Das alte Gebäude, überrankt von Efeu, umgeben von blühenden Hortensien und dem Duft des Gartens – es ist einer jener Orte, an die man immer wieder zurückkehren möchte.

Umso mehr freut es mich – und macht mich ehrlich gesagt ein bisschen stolz – dass ich die Zusage erhalten habe, eine kleine Menge zu importieren. Denn Maso di Villa liefert normalerweise nur an lokale Restaurants und an Privatkunden im Inland. Sie produzieren bewusst wenig: rund 2’500 Flaschen Nasi Rossi – und das nur in wirklich guten Jahren – sowie rund 3’500 Flaschen Maso di Villa. Wer einen dieser Weine in den Händen hält, hält etwas Rares.


Chiara erzählt – die Geschichte von Maso di Villa

Höre Chiara selbst – wie alles begann, was Maso di Villa ausmacht und was hinter dem Etikett des Nasi Rossi steckt.


Der Weinberg – ein natürlicher Cru

Der Weinberg liegt direkt vor dem Haus, in idealer Südlage – ein «cru naturale», wie Beppi selbst sagt: nichts hier ist dem Zufall überlassen. Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc reifen auf diesem Boden zu ausserordentlicher Qualität. Die Lese erfolgt manuell, sorgfältig selektiert, zu unterschiedlichen Zeitpunkten – separat nach Rebsorte und Klon. Alles biozertifiziert, alles von Hand. Im Keller wird die Arbeit mit Geduld, Hingabe und Konsequenz weiterführt: Vergärung in Eichenbehältern, Ausbau in Barriques, schonend und ohne Kompromisse.


Weine & Charakter

Die Weine von Maso di Villa, die wir bei Officina del Buon Gusto führen:

  • Maso di Villa – Colli di Conegliano DOCG: der Wein, der den Namen des Gutes trägt. Kraftvoll, strukturiert, mit der Tiefe eines Ortes, der seine Geschichte kennt. Ca. 3’500 Flaschen pro Jahr.

  • Nasi Rossi – Colli di Conegliano DOCG Riserva: Beppis persönlichster Wein – komplex, langlebig, nur in den besten Jahrgängen produziert. Ca. 2’500 Flaschen. Nicht mehr.


Schlussgedanke

Wenn ich heute diese Weine in der Schweiz präsentiere, denke ich an Beppi – den ehemaligen Modemann, der irgendwann entschied, dass das Wichtigste im Leben nicht im Büro wartet, sondern zwischen den Reben. An Chiara und ihre Leidenschaft. An das alte Landgut mit dem Efeu und den Hortensien. Und an Beppis rote Nase auf dem Etikett, die mehr über ihn verrät als jede Biografie. Ich bin froh, diese Geschichte weiterzählen zu dürfen.